Apfelstadt-Mehrweg-Becher hilft bei Müllvermeidung und wirbt für nachhaltige Stadt

Der Ausschuss für Mobilität, Digitalisierung und Wirtschaftsförderung tagte am Mittwochabend im Tönisvorster Ratssaal. Auf der Tagesordnung stand ein für Umwelt und Klima wichtiges Thema: Müllvermeidung durch Mehrweg-Getränkebecher. Die Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen hatte gefordert, einen Apfelstadt-Mehrwegbecher mit dem Logo der Stadt kostenlos für Gastronomen und Ausgabestellen für To Go-Getränke bereitzustellen und so einen ersten Aufschlag für ein Pfandsystem innerhalb von Tönisvorst zu machen.

„Wir sind froh, dass alle Parteien an einem Strang ziehen und in Sachen Müllvermeidung etwas bewegen wollen – Ein Mehrwegsystem für Getränkebecher ist erst der Anfang, auch für Speisen muss es langfristig Lösungen geben. Die Müllflut durch Einwegverpackungen, wie wir sie derzeit erleben, können und wollen wir uns in Tönisvorst nicht mehr leisten“ so Britta Rohr, die für die GRÜNEN den Antrag im Ausschuss vorstellte.

Hintergrund ist der starke Gebrauch von Einwegplastikverpackungen, der coronabedingt noch einmal zugenommen hat (Quelle : Abfallbetrieb Kreis Viersen). Sei es für Kaffee, Bubble-Tea oder Cola, viele Einweg-Getränkebehälter werden für einen maximalen Gebrauch von zehn Minuten produziert, jährlich sind das 55.000 Tonnen Abfall und ca. 34 Becher pro Kopf, die durch Mehrweg-Alternativen und ein entsprechendes Pfand-System vermieden werden können. (Quelle: Verbraucherzentrale.de). Die Rechtslage drängt zudem auf eine baldige, flächendeckende Lösung: Ab 2023 müssen Betriebe, die Getränke und Speisen zum Mitnehmen anbieten, auch eine Mehrweg-Lösung bereitstellen und offen bewerben

Um alle Gastronomen und Verbraucher:innen schon jetzt für das Thema zu sensibilisieren und mitzunehmen, stellten die Grünen den Antrag auf einen Apfelstadtbecher, der zudem einen positiven Stadtmarketing-Effekt für Tönisvorst erzielen kann.

Nach ausgiebiger Diskussion waren sich alle Ausschussmitglieder einig: Es ist wichtig, dass wir in Tönisvorst voran gehen und ein wie von den GRÜNEN gefordertes Mehrweg-System schon zeitnah ins Leben rufen. Zugleich wollen wir an einem kreisweiten System teilnehmen. Die Stadt wurde beauftragt, so bald wie möglich 500 Becher aus Keramik mit Silikondeckel und dem Apfelstadt-Logo an interessierte Verkaufsstellen auszugeben. Mit dieser anfangs geringen Stückzahl soll erprobt werden, wie das System ankommt, um es gegebenenfalls zu erweitern.

Die Becher werden dann für zwei Euro Pfand ausgegeben und können an allen beteiligten To-Go-Verkaufsstellen (die ihre Teilnahme mittels Aufkleber und Logo deutlich kennzeichnen) zurückgegeben werden. Durch hochwertige Haptik und Optik soll der Apfelstadt-Becher zeigen: Kaffeegenuss muss nicht durch billiges Plastik beeinträchtigt werden und nicht mit umweltschädlichen Mikroplastikabsonderungen, gesundheitsschädlichen Weichmachern und vermeidbarem Müll einhergehen.

 

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