Pressemitteilung: Grüne Fraktion spricht sich weiter für Campus-Idee aus

Einstimmig haben sich die Fraktionsmitglieder der Tönisvorster Grünen am Montag in ihrer virtuellen Fraktionssitzung gegen den Vorschlag „CampCorn“ ausgesprochen. Er sei nicht weitreichend genug, unterschätze die tatsächliche Kostensituation und lasse wesentliche Aspekte außen vor. Es sei festzustellen, dass es sich bei der Initiative um die legitime Vertretung gezielter Interessen handele, dabei aber keine besseren Lösungen für die Gesamtentwicklung der Stadt aufgezeigt würden.

„Uns scheint dieses Konzept nicht ausgereift und zu kurzsichtig. Mit einer Campus-Vision sollten auch Stadtentwicklungsziele verbunden sein, die über die Planung einer weiterführenden Schule hinausgehen. Eine Genehmigung durch die Bezirksregierung setzt dies voraus. Wir möchten Synergien eines anstehenden Verwaltungsneubaus nutzen, mit dem Campus eine neue Mitte zwischen St. Tönis und Vorst errichten, für Mitarbeitende, Bürger:innen und Schülerschaft ein optimales Lernumfeld schaffen– ohne jahrelangen Baulärm und Containerlösungen – und zugleich für neuen, bezahlbaren und klimafreundlichen Wohnraum sorgen. Die Schulen sind nur ein – wenn auch sehr wichtiger – Teil-Aspekt des Konzepts. Durch die Neuplanung der Altstandorte kann letztlich mehr Fläche ent- als versiegelt werden und Klimaschutz durch Dach-und Fassadenbegrünung sowie modernes, energetisches Bauen zukunftsweisend vorangetrieben werden. Nach gründlicher Prüfung und intensivem Gespräch mit den Initiatoren sind wir zu dem Schluss gekommen, die Campus-Idee weiter zu unterstützen.“ so Jürgen Cox, Fraktionsvorsitzender der Grünen.

Aus Sicht der Tönisvorster Grünen können viele Argumente der CampCorn-Initiative entkräftet werden:

Vermeintliche Probleme des Michael-Ende-Gymnasiums mit dem Münchner Modell:
Die Verwaltung hat von Anfang an darauf hingewiesen, dass es sich bei der Visualisierung nur um ein Modell handelt. Dies ist aus Sicht der Grünen nicht an ein pädagogisches Konzept gekoppelt und funktioniert auch anders (Bsp. s. Anhang). Für die Tönisvorster Grünen ist es selbstverständlich, dass beim Bau einer neuen Schule sowohl Klassenräume als auch Sporthallen an den tatsächlichen Bedarf angepasst werden.

Finanzierung und Wirtschaftlichkeit
Dass eine Sanierung kostengünstiger sei als ein Neubau stimmt nur dann, wenn man die Synergien des Neubaus nicht berechnet, die auf Dauer eingesparten Energiekosten rausrechnet, die Klimaziele der Stadt und das Gesamtkonzept mit den Möglichkeiten der Gegenfinanzierung außer Acht lässt. Das Argument der Kostenreduzierung durch eine Sanierung des Gymnasiums kann anhand der von der Verwaltung vorgelegten Zahlen entkräftet werden. Eine Schulsanierung ist deutlich teurer als es die Initiative kalkuliert und dabei sind Veranstaltungsraum, Mensa und Sporthalle noch gar nicht eingerechnet. Weiterhin ist für die Grünen unklar, was aus Sicht der Initiative künftig mit der Gesamtschule geschehen soll.

„Wir begrüßen das bürgerschaftliche Engagement aller Beteiligten und finden es gut, dass sich hier Bürger:innen für ihre Anliegen stark machen. Unsere Entscheidung wird aber für ein Konzept fallen, das weitreichende positive Veränderungen für ein Tönisvorst der Zukunft möglich macht und dabei alle Beteiligten größtmöglich mitnimmt. Ob dies das Konzept der Verwaltung sein wird, wird sich zeigen, sobald die Ergebnisse aus der Bürgerbeteiligung vorliegen. Uns ist es wichtig, dass Raumbedarf, Hallenplanung etc. umfassend mit allen Beteiligten abgestimmt werden und die Bedenken der Schulvertreter:innen und Vereine ausgeräumt werden können“ so der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Roland Gobbers abschließend.

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