Miteinander, Soziale Verantwortung und Umweltschutz: Grüne Tönisvorst stellen Anträge

Im Rahmen ihrer virtuellen Vorstandssitzung beschäftigten sich die Grünen mit der Situation in Tönisvorst und den aktuell „gelockerten“ Beschränkungen. Während die Grünen Verwaltung und Bürger*innen durchweg ein positives Zeugnis ausstellen, sehen sie anderswo noch dringenden Handlungsbedarf. Sie bitten deshalb den Bürgermeister und die im Rat vertretenden Fraktionen, sich schnellstmöglich im Hauptausschuss priorisiert mit folgenden Punkten zu befassen:

1. WLAN und Personalausstattung Altenheim St. Tönis

Nachdem gestern bekannt wurde, dass im Altenheim St. Tönis 14 Bewohner und 2 Pflegekräfte positiv auf das Coronavirus getestet wurden, sind aus unserer Sicht dringend Unterstützungs- und Hilfsangebote für das völlig überarbeitete Personal, die Bewohner*innen und Angehörige erforderlich. Einige Tönisvorster Initiativen haben hier schon Aktionen gestartet, das reicht aber nicht aus. Viele Bewohner*innen haben ihre Angehörige in den letzten Wochen nur vom Balkon, Fenster oder aus der Ferne gesehen, bettlägerige Patient*innen haben diese Chance nicht.

Deshalb bitten wir darum, umgehend mit dem Träger in Kontakt zu treten, damit für die Angehörigen eine Face to Face-Kommunikation ermöglicht wird. Dies wäre umso wichtiger, wenn sich ein Bewohner in einer lebensbedrohlichen Situation befindet. Die Stadt Tönisvorst könnte während dieser Zeit ggfs. Kosten für eine Stelle im Rahmen des Freiwilligen Sozialen Jahres übernehmen, um so keine zusätzlichen Ressourcen in der Pflege zu binden. Falls es nicht möglich ist auf das Netz der Alexianer zuzugreifen, möge man andere Möglichkeiten ausloten.

Meral Thoms, Vorstandsmitglied der Grünen: „Die Ausstattung des kleineren Hauses in Vorst zeigt, dass es für die Bewohner eine riesige Erleichterung ist, mit ihren Angehörigen von Angesicht zu Angesicht zu kommunizieren. Anderseits ist die Situation in St. Tönis eine ganz andere: Das Haus ist wesentlich größer und hat durch die positiv getesteten Fälle jetzt ganz andere Schwerpunkte. Deshalb hoffen wir auf eine Unterstützung durch den Bürgermeister. Hier ist jetzt rasches Handeln auf einer übergeordneten Ebene gefordert. Für uns ist mit dem Verkauf des Seniorenheims an die Alexianer nicht die soziale Verantwortung übertragen worden. Diese trägt auch nach wie vor die Tönisvorster Verwaltung und Politik.“

2. Infoangebote und Beratung für Familien

Viele Familien – insbesondere Alleinerziehende und Frauen in Teilzeit – können derzeit Beruf und Betreuung von Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen nicht vereinbaren und benötigen Unterstützung. Die Gleichstellungsbeauftragte soll einmal wöchentlich zum Gespräch bereitstehen und zudem Hilfsangebote zu Weiterbildung, Förderung etc. bereitstellen.

Zwar werden im nächsten Monat schrittweise die Schulen wieder geöffnet, dies betrifft aber nicht die Betreuung aller Kinder– vor allem Familien mit kleinen Kindern (Kita und Grundschulalter) sind weiterhin doppelt gefordert. Viele Familien arbeiten im Schichtverfahren und sind emotional und auch finanziell extrem belastet. Meist verzichten in erster Linie die Frauen nicht nur auf ein Einkommen sondern auch auf die berufliche Selbstbestimmung (Weiterbildung, Bewerbung, etc.). Da wir in Tönisvorst eine Gleichstellungsbeauftragte haben, fordern wir diese auf, Hilfsangebote und Informationen zusammenzustellen und für Tönisvorster*innen Angebote zu schaffen – dies könnte eine Online-Sprechstunde zu diesen Themen sein oder ein Online-Austausch Betroffener.

3. Müllbeseitigung

Seit mehreren Wochen ist der Wertstoffhof Gehrke geschlossen. In sozialen Netzen mehren sich die Fragen danach, wo kleinteilige Elektrogeräte, Pappe oder auch Grünabfälle entsorgt werden können. Leider ist auch die Stadtverwaltung nicht immer erreichbar. Mittlerweile „läuft“ auch der Pappcontainer an der Gerkeswiese über.

Hier fordern wir eine schnelle Klärung und eine Information der Bürger*innen.

4. Baumpatenschaften während Dürrezeiten

Auch während der Corona-Krise bedrohen Auswirkungen des Klimawandels unsere Stadt. Der wiederum besonders trockene April führt dazu, dass unsere Bäume zu wenig Wasser bekommen und bedroht sind. Bereits im letzten Jahr haben viele Bürger*innen und Vereine massiv mit Initiativen unterstützt. So haben z.B. die Landfrauen Gießkannen bereitgestellt, damit die Bäume nicht verdursten. Einige Nachbarkommunen fordern bereits jetzt ihre Bürger*innen auf, zu unterstützen und kümmern sich aktiv um ihren Baumbestand. Wir schlagen vor, dass die Stadt Tönisvorst schnellstmöglich ein Konzept zum Schutz unserer Bäume entwickelt. Ein Vorschlag könnte sein, die Bürger*innen zu Baumpatenschaften aufzurufen. Der Naturschutzverein Tönisvorst hat bei der Koordination der Tätigkeiten seine Unterstützung signalisiert. So soll sichergestellt werden, dass jeder Baum bedacht wird. Zudem könnten sich Straßengemeinschaften bilden, die bereit sind, für „ihre“ Straße Wasser zur Verfügung zu stellen oder die Bewässerung sicherzustellen.

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